Der Nürburgring:
Eine Chronik zwischen technologischer Belastung und „Grüne Hölle“

Die Geschichte des Nürburgrings begann im Juni 1927 mit der Eröffnung als „Erste Gebirgs-, Renn- und Prüfungsstraße“. Das ursprüngliche Layout war mit über 28 km (Nordschleife und Südschleife kombiniert) weitaus weitläufiger als die heutige Strecke. In dieser Frühphase diente der Kurs primär der deutschen Automobilindustrie als Testgelände. Ein Relikt dieser Zeit ist die Steilstrecke, die mit bis zu 27 % Steigung bis etwa 1970 für Brems- und Steigfähigkeitstests genutzt wurde.

Ein technologischer Meilenstein war das Jahr 1934: Um das Gewichtslimit einzuhalten, wurde der Lack der Mercedes-Rennwagen abgeschliffen – die Geburtsstunde der Silberpfeile. Über Jahrzehnte blieb die Nordschleife das Maß der Dinge, bis Sicherheitsmängel eine Zäsur erzwangen. Am 1. August 1976 ereignete sich der folgenschwere Feuerunfall von Niki Lauda im Streckenabschnitt vor der Linkskurve am Bergwerk. Dieses Ereignis besiegelte das Ende der Formel 1 auf der alten Nordschleife.

Da das alte Fahrerlager (das seit 1927 bestand und heute als historisches Denkmal erhalten ist) den modernen Anforderungen nicht mehr entsprach, wurde ab 1981 die neue Grand-Prix-Strecke errichtet. Bei deren Einweihung im Mai 1984 setzte sich der junge Ayrton Senna gegen die versammelte Weltelite durch. Diesignifikanteste Änderung der Neuzeit erfolgte im Jahr 2002: Die bis dahin schnelle Schikane nach Start-und-Ziel wurde durch die Mercedes-Arena ersetzt.
Dieser neue, engere Kurvenkomplex verlängerte die GP-Strecke auf rund 5,1 km und schuf zusätzliche Überholpunkte.

Sicherheit und Materialtechnik im Fokus Heute ist der Betrieb der Nordschleife (20,832 km) eine logistische und technische Herausforderung. Jedes Jahr werden Teile der Fahrbahn saniert, wobei ein spezieller High-Grip-Asphalt verwendet wird. Dieser muss nicht nur extremen Scherkräften standhalten, sondern auch die unterschiedlichsten Witterungsbedingungen der Eifel kompensieren.

Auch die Passivsicherheit wurde massiv ausgebaut: An neuralgischen Punkten wie dem Brünnchen oder dem Pflanzgarten wurden moderne Fangzäune installiert, die nach FIA-Standard bis zu 20 Tonnen Zugkraft aushalten können. Diese Zäune schützen Zuschauer vor Trümmerteilen, während sie gleichzeitig die Sicht auf
die Strecke ermöglichen. Zudem wurden an vielen Stellen die Curbs (Randsteine) abgeflacht, um das Risiko von Überschlägen bei Bodenkontakt zu verringern.

Mit einer Bestmarke von 5:19,546 Minuten durch Timo Bernhard (2018) bleibt der Kurs die absolute Referenz für Aerodynamik und Hybridtechnik. Die Kombination
aus historischer Substanz, wie dem Bergwerk-Abschnitt, und modernster Infrastruktur macht den Nürburgring heute zu einer weltweit einzigartigen Anlage für den Motorsport und die Fahrzeugentwicklung.

Hier geht es zum Video zur aktuellen Bestmarke von 5:19,546 Minuten !

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